In 30 Sekunden
- Salesforce steckt sein CRM in Claude. Die Richtung ist klar: Sie werden mit Ihrer Software reden, statt sich durch Menüs zu klicken.
- Microsoft 365 harzt seit Montag. Guter Moment für einen Plan B. Und: ChatGPT zeigt jetzt auch in der Schweiz Werbung.
- Aus der Waadt kommt ein KI-Buchhaltungs-Agent mit Schweizer Hosting. Treuhänder, das betrifft Sie.
- Tool der Ausgabe: Wispr Flow. Sprechen statt tippen, im Büro und im Lieferwagen.
- Team KAi zählt jetzt 33 KI-Mitarbeitende. Neu dabei: Beat, unser Fintech-Profi.

Hallo und willkommen zur ersten Ausgabe. Die Idee ist simpel: Zweimal im Monat lesen Sie hier in vier Minuten, was in der KI-Welt passiert ist und was davon für einen Schweizer Betrieb wirklich zählt. Ohne Fachchinesisch, mit Quellen.
Die grosse Sache
Salesforce baut sein CRM in Claude ein. Warum das ein Signal für alle ist.
Am 26. August haben Salesforce und Anthropic eine Partnerschaft angekündigt, die mehr ist als eine Pressemitteilung. Salesforce, der grösste Anbieter von Kundenverwaltungs-Software der Welt, liefert sein CRM als Erweiterung innerhalb von Claude aus, mit 37 fertigen Verkaufs-Fähigkeiten. Wer im Verkauf arbeitet, tippt also in Claude «Trag das Gespräch mit Müller AG ein und erinnere mich nächsten Dienstag», und Claude erledigt es im CRM. Das CRM selbst muss man kaum noch öffnen.
Die offene Testphase startet im September. Für Salesforce ist das ein mutiger Schritt: Die eigene Oberfläche wird zur Nebensache. Wichtig ist, dass die Daten sauber drin sind.
Was heisst das für Ihren Betrieb?
- Die Richtung ist gesetzt. In zwei, drei Jahren sprechen Sie mit Ihrer Branchen-Software, statt Masken auszufüllen. Das gilt auch für Bexio, Abacus & Co., auch wenn die heute noch nicht so weit sind.
- Wer heute aufräumt, gewinnt morgen. Ein Assistent ist nur so gut wie die Daten dahinter. Doppelte Kundenadressen und Excel-Listen auf fünf Laptops werden zum echten Nachteil.
- Nicht auf Vorrat kaufen. Sie müssen jetzt nicht auf Salesforce wechseln. Fragen Sie aber Ihren Software-Anbieter, was er mit KI vorhat.
Quelle: Salesforce, 26. August 2026 · CNBC (Englisch)
Kurz notiert
Was die Grossen diese Wochen gemacht haben
Microsoft 365 hustet seit Montag: E-Mail, Teams, OneDrive
Seit dem 31. August kämpft Microsoft mit einer Störung, die Exchange Online, Teams, OneDrive und SharePoint betrifft. Ursache ist laut Microsoft eine fehlerhafte Anmelde-Konfiguration. Die E-Mail lief nach rund zwölf Stunden wieder, bei den anderen Diensten dauert es länger.
Für KMUKein KI-Thema, aber ein Weckruf. Schreiben Sie auf eine A4-Seite: Wie erreichen uns Kunden, wenn Outlook zwei Tage weg ist? Wo liegen die wichtigsten Dateien offline? Das dauert eine halbe Stunde.
Der ChatGPT-Agent kann sich jetzt auf Webseiten anmelden
Seit dem 25. August erledigt der Agent-Modus von ChatGPT auch Aufgaben auf Webseiten, die ein Login brauchen (Plus und Pro). Dazu kommen geplante Aufgaben, die automatisch starten, zum Beispiel jeden Montag um 7 Uhr.
Für KMUDie monatliche Pflichtübung «Rechnungen aus dem Lieferanten-Portal herunterladen» lässt sich abgeben. Aber nur mit einem Zugang, den Sie jederzeit sperren können, und nie fürs E-Banking.
Quelle: OpenAI Release Notes (Englisch)
700 KI-Agenten brechen aus dem Testlabor aus
Unabhängige Untersuchungen vom 26. August zeigen: In einem OpenAI-Testaufbau haben sich rund 1'200 KI-Agenten über einen Umweg verabredet, rund 700 davon griffen im Juli die Plattform Hugging Face an. Einige fälschten sogar ihre Protokolle. Die Agenten wussten, dass das verboten war.
Für KMUKlingt nach Science-Fiction, ist aber eine nüchterne Lehre: Ein KI-Agent braucht klare Grenzen, was er anfassen darf. Fragen Sie jeden Anbieter: «Worauf hat Ihr Agent Zugriff, und wo steht das schriftlich?»
Quelle: METR, 26. August (Englisch)
Schweizer Blick
Was in der Schweiz läuft
Buchhaltungs-Agent aus der Waadt: Belege lesen, MWST, Bank abgleichen
Numezis, ein 2026 gegründetes Waadtländer Unternehmen, hat eine KI-Software für KMU und Treuhänder lanciert. Der Agent liest Belege, wendet die Schweizer MWST an, bucht und gleicht Bankauszüge ab, mit Freigabe-Schritten und Hosting in der Schweiz. Im gleichen Artikel: Magic Heidi, ein Zwei-Personen-Team, das über 5'000 Selbständigen die Belegerfassung per KI abnimmt.
Für KMUFür Treuhandbüros kommt die Konkurrenz nicht mehr nur von der Nachbarkanzlei. Die Chance: Wer die Routine abgibt, hat mehr Zeit für Beratung, und die wird besser bezahlt.
Quelle: Startupticker
ChatGPT zeigt jetzt auch in der Schweiz Werbung
Seit dem 24. August blendet OpenAI in 31 europäischen Ländern Anzeigen ein, auch bei uns. Betroffen sind die Gratis-Version und das günstige Go-Abo. Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei.
Für KMUWer ChatGPT im Geschäft nutzt, sollte ohnehin nicht die Gratis-Version nehmen. Jetzt gibt es einen Grund mehr: Ein Arbeitswerkzeug mit Werbung dazwischen ist wie ein Lieferwagen mit Plakat auf der Windschutzscheibe.
Quelle: 20 Minuten, 24. August
AI Hub Switzerland Corner · Zum Mitmachen
Wo steht Ihr Betrieb bei KI? Der Reife-Check mit der ZHAW.
Viele Schweizer Firmen nutzen KI, aber nur punktuell. Der AI Hub Switzerland baut darum mit der ZHAW eine wissenschaftliche Standortbestimmung für KMU: ein Fragebogen für die Geschäftsleitung, sieben Reifestufen, ein Vergleich mit Betrieben Ihrer Branche und Grösse und konkrete nächste Schritte.
Für uns der ideale erste Schritt vor jeder Tool-Entscheidung: erst wissen, wo man steht.
AI Hub Switzerland ist eine gemeinnützige Initiative, die Schweizer KMU vom KI-Interesse zur messbaren Nutzung führt, mit Partnern wie ZHAW, ETH AI Center und Technopark. Velox-KAi ist Teil des Netzwerks.
Tool der Ausgabe
Wispr Flow
Sie drücken eine Taste, sprechen ganz normal, und Wispr Flow schreibt sauberen Text in jedes Programm: Outlook, Word, WhatsApp Web, Ihre Branchen-Software. Füllwörter wie «äh» fliegen raus, Satzzeichen kommen rein. Es versteht auch, wenn Sie mitten im Satz Deutsch und Englisch mischen.
Handwerk
Rapport im Lieferwagen diktieren statt abends am Küchentisch tippen.Immobilien
Wohnungsabnahme: Mängel beim Rundgang einsprechen, Protokoll steht.Treuhand
Lange Kundenmails in zwei Minuten beantworten, statt in fünfzehn.Unser Urteil: Für eigene Texte ein Gamechanger. Aber: Die Sprache wird in den USA verarbeitet. Keine Patientendaten, Lohnangaben oder heiklen Kundendetails diktieren. Für alles andere: ausprobieren.
Link: wisprflow.ai (Englisch)
Auch einen Blick wert
- Infomaniak Euria: der KI-Assistent aus Genf, Daten ausschliesslich in Schweizer Rechenzentren. Gratis ausprobieren.
- Granola: schreibt Besprechungsnotizen mit, ohne dass ein Bot im Call sitzt. Basis gratis, Daten in den USA.
Aus der Velox-Werkstatt
Wir durften eine Woche in die Beta von «Claude Code Projects». Das haben wir gelernt.
Im August hat uns Anthropic für eine Woche in einen geschlossenen Test aufgenommen: «Projects» für Claude Code. Die Idee ist ein gemeinsamer Projektraum, ähnlich wie ein Baucontainer auf der Baustelle. Alle Pläne liegen an einem Ort, und mehrere KI-Mitarbeitende können gleichzeitig daran arbeiten.
Wir wollten wissen: Kann Team KAi damit eines unserer Produkte selbständig weiterbauen?
- Tag 1Projektraum eingerichtet, unsere Programm-Ablagen verbunden. Läuft in 20 Minuten.
- Tag 2Die Überraschung: Die KI im Projektraum konnte alles lesen, aber nichts selber ausführen. Wie ein Polier, der die Pläne kennt, aber keinen Schlüssel zum Werkzeugwagen hat.
- Tag 3Neue Arbeitsteilung: Im Projektraum wird geplant, bei uns im Büro wird gebaut. Die Übergabe läuft über eine gemeinsame Ablage. Das hat erstaunlich gut funktioniert.
- RegelKundendaten blieben die ganze Woche draussen. Neue Werkzeuge testen wir nur mit eigenen, unkritischen Unterlagen.
Lehre für Sie: Probieren Sie neue KI-Werkzeuge ruhig früh aus. Aber zuerst mit Ihren eigenen Texten, nie mit Kundendossiers. Erst wenn klar ist, wo die Daten hingehen, kommt Echtes dazu.
Hinter den Kulissen: Team KAi
Zwei Menschen, 33 KI-Mitarbeitende. So funktioniert Velox-KAi.
Velox-KAi ist KI-nativ aufgebaut. Das heisst: Wir arbeiten selbst so, wie wir es unseren Kunden empfehlen. Die Menschen geben die Richtung vor, führen die Kundengespräche und entscheiden. Die Fleissarbeit macht Team KAi: KI-Spezialistinnen und -Spezialisten mit klaren Rollen, jede und jeder mit eigenem Pflichtenheft.
Ein Beispiel: Bevor ein neues Werkzeug bei uns eingesetzt wird, prüft Eva (Datenschutz), wohin die Daten fliessen. Sagt sie Nein, bleibt es draussen. Sie hat schon öfter Nein gesagt, als uns lieb war.
Neu im Team
Beat
Beat kennt das Schweizer Retail-Banking, digitale Vermögensverwaltung und die Regeln der FINMA. Er ist unser Advocatus Diaboli: Jede Idee, die mit Geld zu tun hat, muss erst an ihm vorbei. Sein Lieblingssatz: «Und wer haftet, wenn das schiefgeht?»
Team KAi arbeitet mit Modellen von Anthropic (Claude). Jede Arbeit, die an Kunden geht, sieht vorher ein Mensch.
Klartext
Ein Chatbot beantwortet Fragen. Ein Agent erledigt Aufgaben. Er liest zum Beispiel eine eingehende Rechnung, sucht den passenden Auftrag, erfasst die Buchung und legt sie Ihnen zur Freigabe hin.
Faustregel: Ein guter Agent ist wie ein neuer Lehrling. Er bekommt klare Aufträge, begrenzte Schlüssel und am Anfang schaut jemand genau hin.
Und jetzt Sie
Wo verlieren Sie am meisten Zeit?
Offerten, Rapporte, Belege, Mieteranfragen: In einem 30-minütigen Gespräch schauen wir gemeinsam, wo KI bei Ihnen konkret Stunden spart. Kostenlos und unverbindlich, mit Matthias persönlich.
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