In 30 Sekunden
- Anthropic lanciert Pakete speziell für kleine Firmen, mit 27 neuen Anbindungen. Bexio und Abacus fehlen noch.
- OpenAI bringt GPT-6 Astra. Im bezahlten ChatGPT-Abo ohne Aufpreis drin.
- Google macht Gemini zum Gratis-Helfer auf dem Windows-PC. Tastenkürzel Alt+Leertaste.
- Tool der Ausgabe: Gemini Notebook, das frühere NotebookLM. Unterlagen hochladen, Fragen stellen, Antworten mit Quelle.
- Team KAi wächst auf 36. Drei neue Finanz-Profis, und alle drei mussten zuerst eine Prüfung bestehen.

Hallo zusammen. Diese zwei Wochen hatten ein klares Thema: Die grossen KI-Firmen wollen an die kleinen Betriebe ran. Das ist gut für Sie, weil die Werkzeuge einfacher werden. Es hat aber einen Haken, und der hat mit der Schweiz zu tun.
Die grosse Sache
Claude, Gemini, ChatGPT: Alle wollen jetzt in Ihr Büro.
Am 15. September hat Anthropic «Claude for Small Business» ausgebaut: 43 fertige Arbeitsabläufe und 27 neue Anbindungen, unter anderem an Xero, Shopify, Stripe, Square und Zapier. Das funktioniert in allen Bezahl-Abos. Einen Tag später wurden Chat und Cowork, der Arbeitsmodus für längere Aufgaben, zu einer einzigen Claude-App zusammengelegt, mit eingebauten Dokumenten und Präsentationen.
Google zieht nach: Gemini verbindet sich seit dem 15. September mit QuickBooks, HubSpot, Mailchimp, Asana und Monday. Und ChatGPT durchsucht seit dem 9. September Ihre Ablagen in SharePoint, Dropbox und Box.
Der Haken für die Schweiz: Die Schweizer Buchhaltungs-Programme wie Bexio oder Abacus stehen auf keiner dieser Listen. Und einige neue Google-Funktionen, etwa die KI-Antworten in der Gmail-Suche, sind für private Konten in der Schweiz ausdrücklich ausgeschlossen und laufen nur auf Englisch.
Was heisst das für Ihren Betrieb?
- Die Werkzeuge werden einfacher. Was letztes Jahr ein Projekt war, ist heute ein Klick in den Einstellungen. Das senkt die Einstiegshürde massiv.
- Die Lücke ist die Schweizer Software. Zwischen Ihrem ERP, Bexio und dem KI-Assistenten braucht es heute noch eine Brücke. Die lässt sich bauen, aber nicht per Knopfdruck.
- Sprache prüfen, bevor Sie kaufen. Viele neue Funktionen laufen zuerst nur auf Englisch. Lassen Sie sich das vor dem Abo zeigen.
Quelle: Anthropic, 15. September · Google Workspace Updates (beide Englisch)
Kurz notiert
Was die Grossen diese Wochen gemacht haben
GPT-6 Astra: das neue Spitzenmodell, ohne Aufpreis im Abo
OpenAI hat ab dem 3. September sein neues Modell GPT-6 Astra ausgerollt. Es ist in den Abos Plus, Pro, Business und Enterprise ohne Zusatzkosten enthalten. Wer die Gratis-Version nutzt, bekommt es nicht.
Für KMUWenn Sie ChatGPT beruflich nutzen, lohnt sich das Bezahl-Abo jetzt noch mehr. Für die Firma: das Business-Abo nehmen, nicht ein privates Plus-Konto. Dort ist das Training mit Ihren Eingaben standardmässig ausgeschaltet.
Quelle: OpenAI (Englisch)
Gemini als App für Windows: Alt+Leertaste, und los
Seit dem 11. September gibt es Gemini als Desktop-App für Windows. Mit Alt+Leertaste öffnen Sie den Assistenten aus jedem Programm heraus. Er fasst Mails und Dokumente zusammen und erstellt Bilder. Verfügbar auch für private Google-Konten.
Für KMUGratis und in fünf Minuten auf dem Büro-PC. Ideal zum Ausprobieren. Für Kundendaten gilt aber: nur mit einem Firmenkonto (Google Workspace), nicht mit dem privaten Gmail.
Quelle: Google, 11. September (Englisch)
Microsoft: Apps bauen, indem man sie beschreibt
Seit dem 10. September kann man in Copilot Studio eine kleine Geschäfts-App erstellen, indem man beschreibt, was sie tun soll, wer sie nutzt und welche Daten sie braucht. Noch als Vorschau, abgerechnet pro Nutzung.
Für KMUDas Absenzen-Formular, die Checkliste für die Wohnungsübergabe, der Materialbestellschein: solche kleinen Helfer entstehen bald ohne Programmierer. Noch nicht reif für den Alltag, aber im Auge behalten.
Schweizer Blick
Was in der Schweiz läuft
Drei von vier KMU nutzen oder testen KI. Und fast niemand plant deswegen Stellenabbau.
Die AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie (Sotomo, 336 KMU, publiziert am 15. September) zeigt: 74 Prozent der Schweizer KMU nutzen oder testen KI, 2024 waren es erst 55 Prozent. 35 Prozent haben KI fest in Abläufe eingebaut. 47 Prozent erwarten Zeitgewinn ohne Stellenabbau, nur 12 Prozent rechnen mit weniger Stellen. Die häufigsten Einsätze: Übersetzungen und Korrespondenz.
Für KMUFalls Sie noch zögern: Sie sind inzwischen in der Minderheit. Und die Erfahrung der anderen zeigt: KI nimmt vor allem Schreibarbeit ab.
Quelle: swissinfo.ch, 15. September
PostFinance sperrt ChatGPT, Gemini und Claude für die Belegschaft
Ab dem 12. Oktober haben PostFinance-Mitarbeitende keinen Zugriff mehr auf öffentliche KI-Webdienste. Intern freigegebene Werkzeuge bleiben erlaubt. Grund laut Bank: unkontrollierte Datenabflüsse.
Für KMUEin Verbot ist die Notbremse. Besser ist eine klare Regel: Welches Werkzeug, welches Abo, welche Daten dürfen rein? Eine Seite A4 für Ihr Team genügt. Wer nichts regelt, hat meistens schon Kundendaten im Gratis-ChatGPT.
AI Hub Switzerland Corner · Publikation
Der Blueprint: in vier Phasen von «KI interessiert uns» zu «KI arbeitet bei uns».
Der AI Hub Switzerland hat seinen Fahrplan für KI in KMU publiziert. Zuerst kommt die Standortbestimmung, dann folgen Branchen-Chancen, kurze Umsetzungs-Sprints und laufendes Lernen. Start ist ein Pilot in Zürich, Ziel ist ein nationales Modell bis zum Geneva AI Summit 2027.
Ihre Stimme zählt: Unter «Ideen» können KMU abstimmen, welche Initiative der Hub als Nächstes baut.
AI Hub Switzerland ist eine gemeinnützige Initiative, die Schweizer KMU vom KI-Interesse zur messbaren Nutzung führt, mit Partnern wie ZHAW, ETH AI Center und Technopark. Velox-KAi ist Teil des Netzwerks.
Tool der Ausgabe
Gemini Notebook
Sie laden Dokumente hoch, zum Beispiel Reglemente, Merkblätter, Verträge oder Offerten, und stellen Fragen dazu. Die Antworten stammen nur aus Ihren Unterlagen, mit Verweis auf die Stelle. Auf Knopfdruck macht es daraus auch eine Audio-Zusammenfassung zum Anhören im Auto. Seit Juli heisst das Werkzeug nicht mehr NotebookLM, sondern Gemini Notebook.
Treuhand
Alle Merkblätter der Steuerverwaltung hochladen und fragen: «Was gilt für Homeoffice-Abzüge?»Immobilien
Hausordnung, Reglement und Mietvertrag rein: Mieteranfragen in Sekunden sauber beantworten.Handwerk
Montageanleitungen und Normen hochladen, auf der Baustelle per Handy nachfragen.Unser Urteil: Das beste Werkzeug gegen erfundene Antworten, weil es nur aus Ihren Unterlagen antwortet und zeigt, woher. Öffentliche Dokumente: sofort ausprobieren. Verträge mit Namen drin: nur mit Firmenkonto und nach kurzer Datenschutz-Prüfung.
Link: Google-Blog zur Umbenennung (Englisch)
Auch einen Blick wert
- Gamma: macht aus Stichworten eine Präsentation, etwa für die Eigentümerversammlung. Gratis-Guthaben zum Testen.
- Swisscom Swiss AI Assistant: durchsucht Ihre Firmendokumente, Daten in der Schweiz. Ab CHF 149 pro Monat für bis 10 Personen.
Aus der Velox-Werkstatt
Drei neue KI-Finanzprofis. Bevor sie arbeiten durften, gab es eine Prüfung mit 34 versteckten Fehlern.
Am 10. September sind drei neue Mitglieder zu Team KAi gestossen: Anita (Finanzplanung), Debora (Steuern) und Yoshi (Vorsorge). Bei Geld hört der Spass auf. Darum haben wir sie nicht einfach losgelassen, sondern zuerst geprüft.
Jede und jeder bekam ein Dokument, in das wir absichtlich Fehler eingebaut hatten: falscher Steuerfuss, veraltete Maximalbeträge, eine verpasste Sperrfrist. Dazu ein paar Aussagen, die korrekt waren. Die Frage: Finden sie die Fehler, ohne die richtigen Stellen fälschlich anzustreichen?
- Debora11 von 11 Fehlern gefunden, 0 Fehlalarme. Dazu 5 weitere echte Probleme entdeckt, die wir selbst nicht eingebaut hatten.
- Anita11 von 11 Fehlern gefunden, 0 Fehlalarme, 4 zusätzliche Befunde.
- Yoshi12 von 12 Fehlern gefunden, 0 Fehlalarme. Den teuersten Fehler hat er als solchen benannt: eine falsche Rentenberechnung, die jedes Jahr mehrere tausend Franken ausmacht.
- WichtigAusgewertet hat nicht die KI selbst, sondern eine unabhängige Stelle mit dem Lösungsblatt. Wer baut, prüft nicht seine eigene Arbeit.
Lehre für Sie: Bevor Sie einer KI eine Aufgabe anvertrauen, geben Sie ihr einen Fall, dessen Lösung Sie kennen. Zehn Minuten Test sparen Ihnen später viel Ärger. Und rechnen tut bei heiklen Zahlen immer ein Programm, nicht die KI.
Hinter den Kulissen: Team KAi
Drei neue Profis für alles rund ums Geld.
Unsere Branchen-Profis sind so etwas wie der Beirat von Team KAi: erfahrene Stimmen, die jede Idee kritisch prüfen, bevor sie zum Kunden geht. Bis jetzt waren das vier: Immobilien, Handwerk, Treuhand und Fintech. Jetzt sind es sieben.
Neu im Team
Anita
Denkt in Lebensphasen: Budget, Hypothek, Absicherung, Nachfolge. Holt sich Steuer- und Vorsorgezahlen bei ihren zwei Kollegen, statt zu raten.
Debora
Kennt Bund, Kanton und Gemeinde, rechnet standardmässig mit dem Kanton Zürich. Zieht eine klare Linie zwischen Steuern optimieren und Steuern hinterziehen.
Yoshi
AHV, Pensionskasse, Säule 3a. Rechnet jede Zahl selber nach und traut keinem Betrag, den er nicht hergeleitet hat.
Wichtig: Unsere Finanz-Profis prüfen Werkzeuge und Unterlagen, sie beraten keine Privatpersonen. Das bleibt Sache von zugelassenen Fachleuten.
Der Prompt zum Mitnehmen
Der Mieterbrief: freundlich, aber bestimmt
Für Verwaltungen, aber auch für jeden anderen heiklen Brief. Keine echten Namen eingeben, Platzhalter reichen.
Und jetzt Sie
Welche Ihrer Programme sollen miteinander reden?
Bexio, Abacus, Ihr Branchen-ERP, Outlook: Die spannenden Zeitgewinne liegen oft zwischen den Programmen. In 30 Minuten schauen wir gemeinsam, wo bei Ihnen die Brücke fehlt. Kostenlos und unverbindlich.
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